Behandlung von Banknoten

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Abercrombie
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Behandlung von Banknoten

Post by Abercrombie » Tue Jan 22, 2019 2:18 am

Wie alles andere, gibt es auch für die Arbeitsweisen von Geldautomaten und anderen Maschinen Vorschriften. Die Geldautomaten müssen verschiedenene Kriterien erfüllen, um zugelassen zu werden. Wie stark darf eine Banknote verschmutzt oder beschädigt sein, um als umlauffähig zu gelten? Dürfen Banknoten beschrieben oder bestempelt sein und wie groß dürfen umgeknickte Ecken sein, damit der Automat sie wieder auszahlen darf?

Wen es interessiert, der kann es hier nachlesen:

https://www.ecb.europa.eu/ecb/legal/pdf ... 010020.pdf
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Abercrombie
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Re: Behandlung von Banknoten

Post by Abercrombie » Tue Jan 22, 2019 2:27 am

Allgemein interessant sein dürfte die Tatsache, dass die Banknoten, die durch Kunden in den Geldautomaten eingezahlt werden (also auch beim Wechseln), zum (einzahlenden) Kunden zurückverfolgt werden können. Das heißt praktisch, dass die Serien-Nummern gespeichert werden dürften.

Das ist schon aus der Überschrift in der Anlage zu entnehmen:

A.
Tabelle 1
Kundenbediente Automaten
Kundenbediente Automaten, bei denen Bargeld mit Rückverfolgung der Kunden eingezahlt wird
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bumboozel
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Re: Behandlung von Banknoten

Post by bumboozel » Wed Jan 23, 2019 12:00 pm

Werden Seriennummern gespeichtert und sind Banknoten mit dem Namen des Kunden verknüpft darf es bei reinem Automatenwechsel dann eigentlich keinen Verdacht auf Geldwäsche geben.

Die Scheine, die gewechselt wurden, werden beim nächsten Wechselvorgang ja wieder “eingetauscht”.

Oder gibt es da andere Interpretationen?

Abercrombie
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Re: Behandlung von Banknoten

Post by Abercrombie » Wed Jan 23, 2019 1:05 pm

Doch, auch beim Wechseln. Denn die Automaten zählen ja das Geld nicht nur. Die prüfen es auf Echtheit und Fitness (also Umlauffähigkeit) usw. Die Seriennummern werden ja schon beim Zählen erfasst. Das geht super schnell, selbst die Banknotenzähler am Schalter können die Seriennummern erfassen. Früher hatten sie nur die kleinen Geräte von Laurel J-796, die wirklich nur gezählt und auf Echtheit geprüft haben. Jetzt haben sie meistens die guten Newton-Geräte, zumindest bei der Commerzbank, die Deutsche Bank hat meist Geräte von Glory Solutions. Die sind mit dem Computer verbunden.

Selbst Geräte von Billigfirmen, wie Safescan, die nur halb so viel kosten, wie die oben genannten, erkennen die Seriennummern.

https://m.youtube.com/watch?v=TEbd-zrx230

Die Umstellung der Geräte am Schalter fand etwa zu dem Zeitpunkt statt, als das Geldwäschegesetz dahingehend geändert wurde, dass es nunmehr schon ausreicht, einen größeren Bargeldbetrag mit sich zu führen oder zu lagern, um den Verdacht der Geldwäsche zu begründen. Wobei „größerer Bargeldbetrag“ nicht beziffert ist! Beim Wechseln am Schalter werden ja mittlerweile auch die Personalien erhoben, selbst bei kleinen Beträgen.

Der Wechselvorgang als solches ist bereits ein Verschleierungsmerkmal im Bezug auf Geldwäsche. Stell Dir vor, einer Oma wir die Geldbörse mit 1000 Euro gestohlen, die sie grad in :note-100: von der Bank geholt hat. Der Dieb geht an einen Automaten und wechselt die :note-100: in :note-50: . Danach wird er von der Polizei geschnappt, weil die Oma meint, ihn wiedererkannt zu haben. Er hat zwar 1000 Euro dabei, aber da die Oma :note-100: geholt hatte, kann ihm der Diebstahl nicht nachgewiesen werden, der er ja nur :note-50: hat. Und schon hat die Geldwäsche geklappt. Die Verschleierung der Herkunft ist geglückt, dem Dieb kann es nicht nachgewiesen werden, dass er der Oma das Geld geklaut hat und er kommt ungestraft davon. Und daher haben die schon ein Interesse, jeden Schein einer bestimmten Person zuordnen zu können.
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Re: Behandlung von Banknoten

Post by bumboozel » Wed Jan 23, 2019 9:27 pm

Wieso hat die Oma denn 1000Eur dabei? 8O
Sie ist wohl auch bei EBT und braucht noch einen Treffer mit einem :note-100: , während der Mann unten im Keller die Eisenbahn kreisen lässt.

Mein Punkt ist:
Jmd. holt 500Eur bei der Postbank (Automat registriert die Seriennummern der Scheine) und wechselt am Folgetag bei der CoBa. Hier werden die Seriennummern der Eingabe als auch der Ausgabe vom CoBa Automaten registriert. Zuletzt wird das Geld bei der Deutschen Bank wieder eingezahlt (Serienummern werden registriert)

Geldwäsche kann ausgeschlossen werden (oder täusche ich mich :( )

havelock
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Re: Behandlung von Banknoten

Post by havelock » Thu Jan 24, 2019 1:19 pm

Dazu müßten ja die Scheine auch bei der Ausgabe registriert werden. Dazu lese ich aber nichts raus.

Ad Personalien beim manuellen Geldwechsel: Die mußte ich selbst bei vierstelligen Beträgen noch nicht angeben. Verpflichtend ist das erst ab IIRC 15.000 Euro.

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Re: Behandlung von Banknoten

Post by Abercrombie » Thu Jan 24, 2019 10:38 pm

Wieso soll Oma keine 1000 Euro dabei haben? Das war nur ein Beispiel, aber heute holen noch viel ältere Leute ihre komplette Rente ab.

Wenn Ihr das Dokument der EZB durchlest, fallen unter diesem Punkt auch die „Nur-Auszahlungsautomaten“.

Geldwäsche soll wegen des Wechselns nicht möglich sein? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :lol: :lol: :lol: Ich bin einer von denen hier im Forum, bei denen schon eine Hausdurchsuchung von der Kripo gemacht wurde, weil ich am Automaten gewechselt habe und dadurch der Verdacht der Geldwäsche aufkam.

15.000 Euro? Wer sagt das? :wink:
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Re: Behandlung von Banknoten

Post by bumboozel » Mon Jan 28, 2019 9:05 am

@Abercrombie: Bist du in Verdacht geraten weil du zehrntausende von Euro pro Monat bewegt hast oder ein Vielfaches des Kontostandes oder wie kam das?

Hast du übertrieben oder hattest du Pech?

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