beaweb wrote:Joerg, Deine Altersweisheit lässt mich immer wieder auf die Knie sinken!
Nur jemand aus diesen Deutschen Gauen kann einen Satz formulieren wie:
"Dein Protest kommt knapp 8 Jahre zu spät, um glaubwürdig zu wirken."
Wann ist es denn genehm, dass ein Protest 'glaubwürdig' ist, zwei Tage, vielleicht noch eine Woche oder gar 30 Tage?
Aber dann ist Schluss! Sagt uns der Alterspräsident! Und der hat immer recht.
Unser Vielflieger müsste ein wahrer Masochist sein, wenn er 8 Jahre lang stillschweigend den angeblich so "angsteinflößenden Namen" auf EBT tapfer ertragen hat. Da er aber sonst als eine redselige und mitteilsame Person im Forum bekannt ist nehme ich ihm das nicht ab.
Nun aber weg vom persönlichen zum Thema:
Es ist ein uralter Trick von politischen und/oder religiösen Fanatikern und Organisationen, Toleranz und Respekt zu fordern.
Kleine Randbemerkung: Respekt zolle ich einem Meschen für seine individuelle Leistung nicht einer Organisation für ihr Credo.
Niemals in der bekannten Menschheitsgeschichte hat eine religiöse Organsisation, nachdem sie an die gesellschaftliche Macht gekommen ist, diese Forderung nach Toleranz eingelöst. Im Gegenteil: Die Geschichte der Christenheit seit Konstantin ist die Auflistung aller Greultaten und Verbrechen, zu denen Menschen fähig sind.
Dass die einstmals Unterdrückten, erstmals selber an die Macht gekommen, ärger als ihre Vorgänger gewütet haben trifft auf die Geschichte
aller Ideologien zu, die angetreten waren, die Welt vom Übel zu erlösen, ob mit oder ohne "Götter".
Und sie beinhaltet in allen Zeitabschnitten bis heute die totale Unterdrückung der Frauen. Als Beispiel möchte ich Umberto Eco zitieren, der Im Namen Der Rose seinen Pratagonisten Wilhelm von Baskerville (im Film Sean Connery) auf die Bitten seines Novizen Adson von Melk, er möge doch das Bauernmädchen, dass, obwohl unschuldig, verbrannt werden soll, retten, sagen lässt:
Es ist doch nur Fleisch.
Das ist das Menschenbild unser ach so toleranten Christen. Ich höre den Einwand, ja das ist doch nur die katholische Kirche und das war doch im Mittelalter.
Was dazwiśchen lag, hast du einiges übergangen.
Nur als Denkanstoß: Schon mal ein GG in der Hand gehabt und überlegt, worauf die darin enthaltenen Wertvorstellungen fußen?
"Religion" ist auch nicht die Ursache für Intoleranz. Die versuchte Abschaffung der "Religion" hat keine Verbesserung gebracht - die Menschen nehmen stets neue Leitbilder an, die nicht unbedingt besser sind.
Religiöse Fundamentalisten: "Es ist doch nur Fleisch."
Sind die Menschenbilder der modernen Götzenanbeter besser?
"Es ist doch nur ein Teil der Masse" (Kommunist)
"Es ist doch nur eine Ware" (Kapitalist)
Respekt zolle ich einem Meschen für seine individuelle Leistung nicht einer Organisation für ihr Credo.
Das ist doch mal ein Wort

Wenn die Mehrheit so über ihre Vertreter in den Parlamenten urteilen würde dann hätten Extremisten und andere Menschenverachter keine Chance, gehört zu werden.
Falsch: Die aus den USA stammenden Evangelikalen, denen man auch ProChrist zurechnen kann, und die mit unvorstellbaren Geldmitteln die ganze Welt mit ihrer Toleranz beglücken wollen, stammen aus dem Mittelalter, denn sie lehnen vehement die
biologische Evolution ab. Wie tolerant diese Leute sind, kann man daran erkennen, dass schon mal in den USA Ärzte, die legale Abtreibungen vornehmen, ermordet werden. Auch Abtreibungen nach Vergewaltigungen sollen verboten werden, weil wie einer von ihnen im letzen Wahlkampf in den USA sagte, schließlich hatten die Frauen doch auch was davon.
Du wirfst die Haltung einiger Radikaler mit der großen Mehrheit in den Topf, die mit einem wie immer gearteten "Gottesstaat" nichts zu tun haben wollen und einfach nur gesetzeskonform leben wollen. Dass in einigen US-Bundesstaaten die Uhren noch anders gehen ist mir als weiser Alterspräsident natürlich bekannt aber hier wollen wir uns auf Deutschland und Europa beschränken. Ganz so weit hättest du auch gar nicht schauen müssen, in Irland z.B. besteht ebenfalls ein restriktiv gehandhabtes Abtreibungsverbot, das bis vor kurzem auch noch die Vergewaltigung einschloss.
Jetzt wird eingewandt, ProChrist in Deutschland ist doch was ganz anderes, was ganz nettes, sowas sagen wir nicht.
Stimmt, in Deutschland gibt es in der Tat Gesetze, die es zum Beispiel verbieten, aufzurufen, Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, zu ermorden. In jeden Land wird sich angepasst, nur dumm, wenn durch Mitschnitte herauskommt, was die geistigen Führer im nicht öffentlichen Teil der Veranstaltungen wirklich sagen. Da ist es mit der Toleranz nicht mehr so weit her.
Welche "geistigen Führer" haben denn was gesagt? Wenn die Lage tatsächlich so dramatisch wäre wie von dir dargestellt dann wäre das ein Fall für den Verfassungsschutz.
Wir Mitteleuropäer sind schockiert, wenn wir hören, das religiöse Fanatiker in Arabien Gottesstaaten gründen wollen.
Wir sollten uns vielmehr darüber informieren, dass die Organisationen, denen auch ProChrist zu zurechnen ist, hier in Deutschland einen Gottesstaat errichten wollen.
Mit bescheidenen Erfolgen wie man z.B. an den Wahlergebnissen von PBC und CM sehen kann.
Du verallgemeinerst die Haltung einer winzigen Minderheit innerhalb der Christenheit als die Haltung "der Christen".
Kein Vergleich mit Arabien und Nachbarstaaten, wo diese "Gottesstaaten" mit einem (buchstabengetreu angewandten) mittelalterlichen Gesetzeswerk nicht erst errichtet werden wollen sondern schon einige Jahrzehnte lang bestehen, manchmal geduldet, gefördert, bekämpft vom freiheitlichen, toleranten Westen, denn (s.o.) "Es ist doch nur eine Ware", auch Menschenrechte sind käuflich.
Aber unsere lieben EBT'ler wollen darüber besser lieber nix wissen.
Vielleicht die falsche Plattform für deine Anti-Missionierungskampagne?
Wie schon 1945 alle Deutschen sagten, ja wenn wir das gewusst hätten, was der Hitler vorgehabt hat, hätten wir den nicht gewählt. Das Buch "Mein Kampf" hatte aber schon vor 1933 eine Millionenauflage.
Gute Nacht!
Vorher noch eine kleine
Lektüre 